Viel Interaktion bei der zehnten Mitgliederversammlung

Mit 94 Mitgliedern und 5 Gästen fand die zehnte Mitgliederversammlung am 23. September 2026 an einem neuen Ort statt: In der Uhlandstraßen-Mensa, mit viel Platz zum Diskutieren und Kennenlernen in Kleingruppen und in einer besonderen Sitzordnung. Die Mitglieder wurden gebeten, sich auf markierte Stühle nach den Neustart-Gebäuden A, B und C und nach Stockwerken zu setzen. Es gab während der Mitgliederversammlung immer wieder Austausch in kleinen Gruppen mit den neuen Nachbar:innen. Das kam bei allen sehr gut an!

Zu Beginn berichtete Andreas Drechsler über den aktuellen Planungsstand und mögliche Einsparungen bei unserem Bauprojekt. Das Team Bauen hatte in zeitintensiven Gesprächsrunden die von unseren Architekt:innen und den Fachplanungsbüros vorausgesagten Mehrkosten von ca. 3 Mio. Euro auf nahe Null reduziert. Das war möglich indem zum Beispiel mehr Beton und etwas weniger Holz verbaut wird. Bei den Fenstern und den Böden in den Wohnungen gibt es noch keine endgültige Entscheidung.

Besonders positiv wurde die Anwesenheit der Architektinnen von Partner und Partner aufgenommen. Die Fragen der anwesenden Mitglieder an Ulrike Kube, Katharina Hollberg und Grietje von Bentum bezogen sich unter anderem auf die Ökologie unseres Projektes. Hier konnten alle die Note 7 von 10 vergeben, da trotz Abstrichen aus finanziellen Gründen immer noch viel Holz verbaut wird, die Dächer begrünt und Zisternen geplant sind. Auch der Hitzeschutz interessierte die zukünftigen Bewohner:innen. Hierfür wollen die Architektinnen die Fenstergrößen optimieren, die Gebäude gut dämmen, an allen Fassaden Sonnenschutz anbringen, sowie die Gebäude von außen begrünen.

Erfreulich ist auch, dass der Antrag bei der L-Bank zur sozialen Wohnraumförderung inzwischen gestellt werden konnte und im Zuge der Genehmigungsplanung im November der Bauantrag eingereicht wird.

Den größten Zeitraum in der Mitgliederversammlung nahm die Abstimmung über die Erhöhung der Pflichtanteile ein. Andreas Roth, Vorstand und Mitglied der Projektkoordination, erklärte verständlich die bisherige Finanzierungsstruktur und mögliche Risiken. Auch aufgrund der aktuellen Zinserhöhungen könnte eine moderate Erhöhung der Pflichtanteile einen Puffer für etwaige Teuerungen ergeben. Da die Bewohnenden aktuell die Kredite für ihre Pflichtanteile beantragen müssen und die Höhe der Pflichtanteile dafür entscheidend ist, musste diese Entscheidung jetzt getroffen werden. Besonders wichtig ist dem Vorstand, dass nicht so entschieden wird, dass Personen wegen fehlender Zahlungsfähigkeit aussteigen und kündigen müssen. Die Genossenschaft sieht aber Möglichkeiten hier zu unterstützen. Nachdem es im Plenum und in Kleingruppen vielfältige Möglichkeiten gab, Verständnisfragen zu stellen, wurde die Entscheidung in einem sehr durchdachten Abstimmungsverfahren gefällt. Es entschieden sich dabei 91 % der anwesenden Mitglieder für eine Erhöhung der Pflichtanteile um 30€ pro qm.

Ein weiterer Fachmann war als Gast anwesend. Vorständin Ingrid Bauz informierte über die Gespräche mit den Banken und stellte Andreas Foidl von der Projektsteuerung Belius GmbH vor. Er berichtete über die konkreten Finanzierungsangebote der Banken und verglich diese. Dabei ging es um Zinsen, tilgungsfreie Zeit, Abwicklung der KfW-Kredite und Ähnliches. Er endete mit einem konkreten Vorschlag an den Vorstand.

Zum Abschluss informierte Johanna Neuffer, Projektkoordination, dass nach Abschluss der Bewerbungsrunde 2 annähernd alle 160 Wohnungen belegt wurden. Die Auswahl der Bewohnenden hatte der Belegungs-Beirat auf Basis der von Neustart gewünschten Diversität getroffen und sich dabei an der Zusammensetzung der Bewohnenden des Landkreises Tübingen orientiert. Freie Wohnungen werden ab jetzt auf der Neustart-Website veröffentlicht.

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