Hallo, Neustart-Bewohner:in! Großes Kennenlernen beim Willkommens-Workshop

Es ist Mitte Juni 2026. Immer mehr Menschen strömen in die Aula. Mit der Aula füllt sich auch der Mitbringbuffet-Tisch und Luftballons locken in den Kinderspielraum. Neugierige erste Blicke, herzliches Wiedersehen und zwischen künftigen Nachbar:innen entspinnen sich freudige Kennlerngespräche. “Wer gehört zu Deinem Haushalt? Wie lange bist Du bei Neustart schon dabei? Worauf freust Du dich besonders?“. Aufregung knistert und Zukunft flüstert beim Willkommens-Workshop: Wir sind die künftigen Bewohner:innen von Neustart!

Im Zuge der zweiten Vergaberunde sind wir jung geworden und alt geblieben: ein Drittel Kinder und Wunschkinder werden einziehen, ein weiteres Drittel ist im Alter zwischen 18 und 44 Jahren. Jede vierte Person ist zwischen 45 und 65 alt und einige älter. Zwei Drittel unserer Haushalte werden eine sozial geförderte Wohnung beziehen, jedes dritte Haushaltseinkommen liegt über der Einkommensgrenze für den Wohnberechtigungsschein. Sich als weiblich oder als queere Geschlechtsidentität identifizierende Bewohner:innen bilden die knappe Mehrheit. Einige von uns haben Ausbildungsberufe gelernt, ein Großteil hat studiert, viele haben ihre Schulabschlussfeiern noch vor sich. Wir kommen fast alle aus der Region Tübingen, die Lebensgeschichte von jeder dritten Person ist außerdem von persönlichen oder familiären Erfahrungen weltweit geprägt,  einzelne ziehen neu her.

Unser Genossenschaftsprojekt ist so vielfältig wie wir: alt + jung, arm + reich, unbekannt + vertraut, laufend + rollend, kreuz + queer, laut + leise, von hier + nebenan, high + low,… Nachbar:innen. Wir sind überzeugt, dass im guten Zusammenleben und im sorgsamen Umgang miteinander vielfältige Gemeinschaft gelernt und gefeiert werden kann. Und wir sind neugierig aufs weitere Kennenlernen in der Nachbar:innenschaft und im Quartier!

Nachbarschaft für die Vielen: Belegungskonzept und -prozess

Bei der Frage, wer bei Neustart wohnen kann, haben wir ein Belegungskonzept entwickelt. Um die angestrebte Vielfalt von sozialen Lebenslagen sowie persönlichen Lebensgeschichten und -entwürfen der Bewohner:innen abzubilden, orientieren wir uns an der Zusammensetzung der Bevölkerung des Landkreises Tübingen und der Stadt Tübingen. Der Beirat zur Wohnungsvergabe kümmert sich um eine faire und gerechte Vergabe der Wohnungen. Er achtet bei der Belegung auf Kriterien finanzieller Lage und sozialer Vielfalt. Neustart berücksichtigt Bevölkerungsgruppen und Personen in sozialer Notlage und mit struktureller Benachteiligung auf dem Wohnungsmarkt besonders.
In den zwei Wohnungsvergaberunden erfolgte die Bewerbung über mehrere Monate, begleitet von Wohn-Infoveranstaltungen, unterstützender Beratung und gezielter Kontaktaufnahme zu Institutionen und Gruppen. Die Verteilung der spezifischen Wohneinheit erfolgte erst danach in zwei Runden in einem gemeinsamen Prozess.

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